Narkosen für zahnärztliche Eingriffe

In unserem OP-Zentrum erfolgen jährlich über 1000 zahnärztliche Eingriffe in Vollnarkose. Zahnoperationen können generell in örtlicher Betäubung durchgeführt werden, allerdings wären für ausgedehntere Eingriffe (z.B. größere Zahnsanierungen bei vielfach zerstörten Zähnen oder auch die Entfernung von 4 Weisheitszähnen) häufig mehrere Sitzungen erforderlich. Mehrere Operationen beanspruchen den Patienten stärker, die Anzahl der Fahrten in unsere Praxis zu Operationen und Nachbehandlungen nimmt zu, wodurch die Ausfallzeiten in der Schule und am Arbeitsplatz deutlich höher wären. Die Durchführung solcher Eingriffe in einer Sitzung in Vollnarkose erscheint daher sinnvoll, entspricht aber nicht den wirtschaftlichen Vorgaben der gesetzlichen Krankenkassen. Die Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem haben leider dazu geführt, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Pflicht der Kassenärzte zur ausreichenden, wirtschaftlichen und zweckmäßigen medizinischen Versorgung der Patienten sehr eng auslegen. Danach sind Vollnarkosen als Kassenleistung nur zulässig für Operationen, die nicht in örtlicher Betäubung durchgeführt werden können.

Um unseren Patienten eine sinnvolle Behandlung nicht vorzuenthalten, bieten wir eine Narkosebehandlung als Wunschleistung an, die unser Narkosearzt privat in Rechnung stellen muß.

Vorbereitungsanweisung zur ambulanten Narkose

Zur Vorbereitung sind folgende Punkte unbedingt einzuhalten:

  • Sie müssen zum OP-Termin nüchtern sein:
  • 6 ½ Stunden vor der OP dürfen Sie nichts mehr essen oder trinken
  • Bis 2 ½ Stunden vor der OP ist aber noch Trinken normaler Mengen klarer Flüssigkeiten erlaubt: Wasser, Tee, klarer Apfelsaft (auch mit Kohlensäure), schwarzer Kaffee ohne Milch (Zucker ist erlaubt) sowie Rauchen
  • Medikamente nehmen Sie bitte wie üblich ein (bis 2 ½ Std. vor der OP)
  • Sie benötigen eine erwachsene Begleitperson, die bereits nach dem Eingriff im Aufwachraum bei Ihnen sein sollte, um für uns als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Bitte kommen Sie so vorbereitet 1/2 Stunde vor dem vereinbarten OP-Termin zu uns in die Praxis nach Herborn.

Narkosedurchführung für Zahnoperationen

Zur Narkoseeinleitung werden Sie eine Spritze erhalten, die Aufrechterhaltung der Narkose erfolgt durch die Zufuhr weiterer Narkosemedikamente über die liegende Infusion. Zusätzlich wird eine künstliche Beatmung durchgeführt über einen Beatmungsschlauch, der durch die Nase in die Luftröhre geführt wird (Intubation), selbstverständlich erst, wenn Sie tief eingeschlafen sind. Die Entfernung erfolgt vor dem Aufwachen, so dass Sie von dieser gesamten Prozedur nichts bemerken werden.

Folgende Beschwerden können durch diesen Beatmungsschlauch nach der OP auftreten

Halsschmerzen, Heiserkeit, Druckgefühl und leichte Blutung im Bereich der Nase. Diese Beschwerden sind selten und verschwinden normalerweise innerhalb kurzer Zeit ohne weitere Behandlung. Zahnbeschädigungen durch die Intubation sind extrem selten.

Herz-, Kreislauf- und Atemprobleme können theoretisch bei jeder Narkose auftreten, aber bei den heute verwendeten Narkosemitteln und Fehlen von schwerwiegenden Vorerkrankungen der Patienten ebenfalls extrem selten. Zudem werden Sie während der gesamten OP vom Narkosearzt überwacht, der Schwierigkeiten frühzeitig erkennen und behandeln kann.

Nach dem Eingriff bleiben Sie bis zur vollständigen Erholung in unserem Aufwachraum (in der Regel 2 Stunden), Ihre Begleitperson ist bereits zu diesem Zeitpunkt bei Ihnen. Nach der Entlassung durch uns, dürfen Sie selbstverständlich nur in Begleitung nach Hause. Für die folgenden 24 Stunden ist eine Betreuung zwingend erforderlich, d.h. Sie dürfen während dieser Zeit nicht alleine bleiben, eine erwachsene Betreuungsperson muss per Ruf (nicht Telefon!) erreichbar sein, muss aber nachts nicht an Ihrem Bett sitzen.

Selbstverständlich bekommt jeder Patient nach der Operation einen Informationsbogen ausgehändigt mit speziellen Anweisungen für das Verhalten postoperativ sowie einer Telefonnummer, unter der ein Behandler außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten für Notfälle erreichbar ist.